Der Spuk an der Eselsbrücke bei Meschenbach

Der Spuk an der Eselsbrücke bei Meschenbach
An einem Sonntagabend ging einst ein Bauer aus Meschenbach in das Dörfchen „Haarth“. Hier kehrte er ein. Um die zwölfte Stunde ging er heim. Als er nun über das „Eselsbrücklein“, das über die Itz führt, kam, da hörte er aus Richtung Stöppach eine Stimme rufen: „Ich hab´ einen Lagstein versetzt“ und gleich darauf noch zweimal. Er blickte sich um, aber sehen konnte er niemanden und ging weiter. Als er sich am folgenden Sonntag wieder zu Mitternacht auf dem Heimweg befand und an das Brücklein kam, hörte er wieder dreimal den Ruf: „Ich hab´ einen Lagstein versetzt!“ Nun wurde es dem Mann doch unheimlich, er suchte den Pfarrer auf und erzählte diesem, was er erlebt hatte. Der gab ihm den Rat, er solle das nächste Mal antworten. Sicherlich sei es eine unerlöste Seele, die nicht Ruhe fände und die nun Erlösung suche. Das leuchtete dem Bauern ein und wie er von seinem Wirtshausbesuch in der Nacht zurückkehrte und eben den Fuß aufs Eselsbrücklein gesetzt hatte, da rief´s schon wieder: „Ich hab´ einen Lagstein versetzt!“ „Dummes Luder“, schrie nun der Bauer, „wenn du ihn versetzt hast, so trag ihn doch wieder zurück!“ Dann aber ging er eilends weiter. Seit dieser Zeit hat der Spuk dort ein Ende und still ist´s geworden am Eselsbrücklein bei Meschenbach.